Zum Stück

Ein Schwingfest in der Gegenwart. Die traditionelle, bäuerliche Welt zeigt sich in ihren schönsten Farben und Klängen - mit Trachten, Fahnen, Jodelliedern und natürlich mit den Kämpfen der urchigen Schwinger. Auf der Tribüne sitzen die Schwingerfreunde, aber auch neugierige Städterinnen und Städter, die sich vom exotischen Cachet dieses ländlichen Volksfestes begeistern lassen. Doch plötzlich bricht in den schönen und fröhlichen Feiertag eine alte Sagenrealität ein - die Geschichte nämlich von der schwarzen Spinne, die die Bäuerinnen und Bauern und mit ihnen ihre Tiere und Pflanzen dahinrafft. «Die schwarze Spinne», wie sie auf dem Allweg gespielt wird, holt die klassische Novelle von Jeremias Gotthelf aus dem Jahr 1842 in die Gegenwart und damit in unsere heutige Welt der globalisierten Landwirtschaft und der swissifizierten Volkskultur.

 Im Zentrum des Stücks stehen zehn Bäuerinnen und Bauern. Sie erhalten eines Tages den absurden und unmöglichen Auftrag, in kürzester Zeit hundert Buchen auf einen Hügel zu tragen. Wie schon bei Gotthelf übergeben sie in ihrer Not den Auftrag einer teuflischen Jägerfigur. Diese verlangt als Lohn nicht mehr und nicht weniger als ein ungetauftes Kind. Doch als dieser «Jäger» seinen Auftrag erfüllt und die Buchen transportiert hat, versuchen die Bauern ihn zu übertölpeln. Die Rache ist furchtbar. Der «Jäger» schickt den Bauern die schwarze Spinne.